Teilhabe durch Marktwirtschaft - Interview mit Dr. Carsten Dethlefs
Shownotes
"Ich bin der Meinung, dass viele Gesetze, die wohlmeinenderweise erlassen wurden und werden, nichts bewirken außer Bürokratie. Sie werden von den Unternehmen als Belastung wahrgenommen.“ sagt Wirtschaftswissenschafter Dr. Carsten Dethlefs im DL-Teilhabeforum.
Er befürwortet einen marktwirtschaftlichen Zugang zur Teilhabe, denn die Marktwirtschaft organisiert sich und die Bedürfnisse der Millionen Menschen, und stellt diese in den Mittelpunkt. Was nachgefragt wird, wird produziert. Letztlich bestimmt also der Mensch, was auf dem Markt geschieht, vorausgesetzt ist allerdings, dass es keine Firmen gibt, die eine marktbeherrschende Stellung haben.
Carsten Dethlefs ist seit seinem vierten Lebensjahr blind. Er ist Roman- und Sachbuchautor und lehrt an verschiedenen Hoch- und Fachhochschulen. Er bezeichnet sich auch als Influencer auf dem Gebiet der Barrierefreiheit. www.carsten-dethlefs.de
Im Lauf seiner schulischen Ausbildung begegneten ihm auch etliche Hürden, denn ihm wurde teilweise nicht viel zugetraut. Letztlich hat er sich aber durchgesetzt. Und das ist auch Teil seines Credos. Ob Du blind bist oder nicht, Du solltest versuchen, das Beste zu erreichen. Inklusion sei letztlich dann erreicht, wenn die eigene Behinderung zur Nebensache geworden ist.
Carsten Dethlefs empfiehlt, die Menschen mit Behinderungen als ökonomische Zielgruppe zu betrachten. So lauten seine Aufsätze dann auch z.B.: "Handicap als Chance" oder "Potenzial statt Kostenfaktor. In seinem Buch "Teilhabe durch Marktwirtschaft“ erläutert er, wie die Marktwirtschaft als Ideen- und Impulsgeber für hilfreiche Produkte funkgiert. https://www.metropolis-verlag.de/Teilhabe-durch-Marktwirtschaft/1607/book.do;jsessionid=A7
Carsten Dethlefs weist darauf hin, dass es hervorragende Förderprogramme gibt, durch die blindengerechte Arbeitsplatzausstattungen finanziert werden können. Dem Fachkräftemangel kann man gut entgegenwirken, indem man sehbehinderte und blinde Menschen als Fachkräfte einstellt.
Von Steffen Schmidt vom Werkraum 56, der diese Episode moderiert, auf einen Jugendstreich angesprochen sagt Dethlefs, dass er während des Lateinunterrichts einen Silvesterböller im Pinkelbecken hat losgehen lassen.
Wir sind also davon überzeugt, dass Carsten Dethlefs seinen Schulunterricht für sich und sein Umfeld immer interessant gestaltet hat.
Rena de Buhr, der wir demnächst einen Doktortitel für Frechheit verleihen, ist wie immer für freche Zwischenrufe verantwortlich.
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